Wie wir GEMA und GEZ ersetzen.
Wir brauchen Kunst und Identität um uns selbst zu verstehen. Die geistige Stimulation durch Musik, Bücher und Bild bildet unglaublich weiter. Aber wie finanzieren wir Kultur in einer Umgebung ohne Kapitalismus? Wie kann man die GEMA und die GEZ ersetzen? Woher die Infrastruktur nehmen und womit bezahlen?
Nehmen wir an, wir zahlen im Monat 5 Euro für Kunst und Kultur. Diese 5 Euro werden aufgeteilt in Grundversorgung und für selbsbestimmte Inhalte. Von diesen 5 Euro wandert ein Teil in eine Art Grundversorgungsfond, für die Künstler, die gerade starten, und sie so unterstützt bis sie auf eigenen Füßen stehen können. Ein weiterer Teil für der5 Euro wären für die Grundversorgung und dienen zum erhalten der Infrastruktur und den Rest nehmen wir für die Verfügbarmachung von öffentlich relevanten Inhlaten wie Information, Bildung und Medizin. Dann kann auf die Inhalte jederzeit kostenfrei und werbefrei zugegriffen werden.
Die tiefere Veränderung
Grundannahmen bei 20. Mio Teilnehmer und 5 Euro Beitrag:
Aufteilung wie beschrieben:
- 20 % Grundversorgungsfonds --> Einnahmequelle A
- 20 % Infrastruktur
- 10 % öffentliche Inhalte
- 50 % selbstbestimmte Inhalte --> Einnahmequelle B
Typ 1: Nachwuchskünstlerin (Musik / Illustration / Film)
- Status: Anfang 20–30, noch keine große Reichweite
- Einnahmequelle A – Grundversorgungsfonds
- Aufnahme in Förderprogramm (zeitlich begrenzt, z. B. 24 Monate)
- 1.000 € / Monat Grundbetrag
- 12.000 € / Jahr
- Bedingung:
- regelmäßige Veröffentlichung
- Offenlegung der Arbeiten
- keine Exklusivverträge
Ergebnis:
- Miete & Essen gesichert
- Zeit für Entwicklung
- keine Abhängigkeit von Klickzahlen
Einnahmequelle B – Selbstbestimmte Zuweisungen
- z. B. 1.500 Unterstützer:innen
- jede Person gibt im Schnitt 1 € / Monat
- → 1.500 € / Monat
- → 18.000 € / Jahr
Gesamteinnahmen Typ 1
- Grundfonds: 12.000 €
- Direktzuweisungen: 18.000 €
- = 30.000 € / Jahr brutto
Typ 2: Etablierter Indie-Künstler (Podcast, Band, Doku)
- Status: kleine, stabile Community
- Selbstbestimmte Inhalte (Hauptquelle)
- 15.000 Unterstützer:innen
- Ø 1,50 € / Monat
- → 22.500 € / Monat
- → 270.000 € / Jahr
Abgaben:
- Sozialversicherung
- Produktionskosten
- Team (Schnitt, Technik)
- Netto:
- ca. 90.000–120.000 € / Jahr für den/die Künstler:in
Zusatz:
- Projektförderung (z. B. Album, Film)
- einmalig 20.000–50.000 €
Typ 3: Nischenkünstler (z. B. experimentelle Kunst, Minderheitensprachen)
- Status: kleine Reichweite, hohe Relevanz
- Grundversorgungsfonds (dauerhaft, aber evaluiert)
- 800 € / Monat
- → 9.600 € / Jahr
Direktzuweisungen:
- 500 Unterstützer:innen
- Ø 1 € / Monat
- → 6.000 € / Jahr
- Gesamteinnahmen Typ 3
- ~15.600 € / Jahr
5. Wichtige Schutzmechanismen
Damit es nicht kippt:
- Deckelung pro Künstler:in (z. B. max. 0,2 % des Gesamtfonds)
- Transparente Zahlen
- zeitliche Begrenzung der Grundförderung
- keine anonymen Großzuweisungen
- Anti-Gaming-Regeln
Keine Steuer, sondern Mitgliedschaft mit Mitbestimmung.
Das Modell verschiebt von Zwangsbeitrag und „Wer schaltet am meisten Werbung?“ zu „Bedeutet die Kunst den Menschen etwas?“ Künstler leben nicht mehr von Abhängigkeit und Selbstausbeutung sondern von Beziehung, Relevanz und Aussagekraft.
Kein Reichtum, aber lebensfähig, ohne Nebenjobs.
- keine ständige Selbstvermarktung
- keine Algorithmus-Abhängigkeit
- keine unbezahlte Arbeit
- keine Existenzangst
Heute nur mit Werbung, Sponsoring oder Plattformabhängigkeit möglich
- planbares Basiseinkommen
- kein Zwang zur Clickbait-Produktion
- direkte Beziehung zum Publikum
- kreative Risikobereitschaft
Künstler veröffentlichen direkt.
Die Künsler müssen ohne Vertrag Kunst erschaffen können, sie müssen ohne Vertrag arbeiten können. Verträge mit Plattenfirmen, Werbeagenturen oder Buchverlagen werden nicht mehr benötigt. Ihnen gefällt ein Gitarist. Ihnen gefällt ein Bild? Eine Skulptur oder ein Buch? Nun - Sie haben 3 Euro übrig. Damit können sie einen Euro an den Gitarist überweisen. Wenn der Gitarist nun 2000 Follower hat die ihm im Monat einen Euro überweisen, hätte er bereits ein Auskommen. Nun sind von den drei Euro noch zwei Euro übrig. Damit können weitere Kunst und Kulturschaffende entlohnt werden. Je nach Gusto. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Künstler ihre Werke direkt und ohne Umwege veröffentlichen. Kann der Künstler sich mit seiner Kunst nach 5 Jahren nicht selbst Unterhalten, muss seine Kunst erstmal ein Hobby bleiben.
Heute zahlen wir alle – aber entscheiden nichts. Dieses Modell lässt uns weniger zahlen – und endlich selbst entscheiden. Mit diesem Gedankenkonstrukt zur Finanzierung von Künstlern wären GEMA und GEZ Gegenstandslos. Nicht gewollte Inhalte wären umgehend ausgehebelt und es gäbe keine Werbeeinblendungen. Zusätzlich wird sichergestellt, dass Kunst entsteht weil Künstler den inneren Antrieb spüren zu schreiben, zu singen oder zu malen. Ein Künstler wird es nicht mehr des Geldes wegen tun, er wird es der Kunst wegen tun
FAQ
Kultur- & Informationsfonds
1. Was ist das überhaupt?
Der Kultur- & Informationsfonds ist ein freiwilliges Pilotmodell, bei dem Bürger:innen 5 € im Monat zahlen, um:
- Kunst & Kultur fair zu finanzieren
- unabhängige Informationen, Bildung & Wissen frei zugänglich zu machen
- selbst mitzuentscheiden, welche Inhalte unterstützt werden
2. Ist das eine neue Steuer oder Zwangsabgabe?
Nein.
- Der Pilot ist freiwillig (Opt-in)
- Teilnahme kann jederzeit beendet werden
- Es ist keine Steuer, sondern
- eine Mitgliedschaft mit Mitbestimmung
3. Warum soll ich zahlen, wenn ich kaum Kultur nutze?
Weil Kultur – wie Bildung oder Straßen – öffentliche Infrastruktur ist.
Außerdem:
- 50 % deines Beitrags bestimmst du selbst
- Öffentliche Inhalte (Nachrichten, Bildung, Medizin) sind für alle frei
- Niemand zwingt dich, bestimmte Inhalte zu finanzieren
4. Wofür genau gehen die 5 €?
Pro Monat:
- 1 € Grundsicherung für Künstler:innen (Start & Existenz)
- 1 € technische Infrastruktur (Plattformen, Archive, Barrierefreiheit)
- 0,50 € öffentliche Inhalte (Journalismus, Bildung, Medizin)
- 2,50 € vergibst du selbst an Inhalte oder Künstler:innen deiner Wahl
5. Wie entscheide ich über meinen Anteil?
Über eine transparente Plattform:
- monatlich oder jährlich
- per Klick
- jederzeit änderbar
- Du siehst genau:
- wem du Geld gibst
- wie viel
- wofür
6. Bekommen Künstler einfach Geld ohne Leistung?
Nein.
- Grundförderung ist zeitlich begrenzt
- Selbstbestimmte Mittel gibt es nur bei realer Unterstützung
- Keine Klickzahlen, keine Werbung – Beziehung zählt
7. Fördert das nicht Mittelmaß?
Im Gegenteil:
- Heute belohnen Algorithmen Lautstärke
- Hier entscheidet Bedeutung für Menschen
- Nischen, Minderheitensprachen und Experimente haben erstmals Chancen
8. Können große Stars das System nicht abgreifen?
Nein, denn:
- Es gibt Obergrenzen pro Person
- Keine anonymen Großzahlungen
- Transparente Verteilung
- Fokus auf Vielfalt statt Masse
9. Was passiert mit ARD, ZDF und der GEZ?
Nichts wird abgeschafft
- Öffentlich-rechtliche Anbieter können gerne Inhalte einbringen
- Archive werden freier zugänglich
Langfristig:
- Der Rundfunkbeitrag könnte schrittweise zuwendungen bekommen
- Steuer Finanzierung läuft aus
10. Wer kontrolliert das alles?
- Staatsferne Stiftung
- Bürger:innenräte (gelost, zeitlich begrenzt)
- Öffentliche Rechenschaftsberichte
- Open-Source-Technik
- Keine Ministersteuerung
- keine Parteikontrolle.
11. Ist das nicht anfällig für Betrug?
Weniger als heutige Systeme:
- Keine Klick- oder Streaming-Manipulation
- Klare Regeln & Deckelungen
- Öffentliche Zahlen
- Community-Meldungen
- Missbrauch wird erschwert, nicht belohnt.
12. Warum nicht einfach GEMA und GEZ reformieren?
Weil:
- beide Systeme historisch gewachsen und schwer reformierbar sind
- sie wenig Mitbestimmung erlauben
- Transparenz fehlt
13. Was habe ich persönlich davon?
- keine Werbung
- freie, verlässliche Informationen
- vielfältigere Kultur
- direkte Wirkung deiner Unterstützung
- eine stärkere öffentliche Debatte
14. Was kostet mich das im Vergleich zu heute?
5 € / Monat
- Rundfunkbeitrag heute: 18,36 € / Monat
- keine Kabelanschluss
- Streaming-Abos oft zusätzlich
👉 Weniger Geld, mehr Einfluss.
15. Was passiert, wenn das Pilotprojekt scheitert?
- Dann wird es beendet.
- Keine dauerhafte Verpflichtung
- Alle Ergebnisse öffentlich
- Kein finanzielles Risiko für Teilnehmende